Engerlinge & Schadkäfer

Der Gartenlaubkäfer:

Strategien zur Abwehr des Gartenlaubkäfers

Grün schimmernder Käfer auf einer weißen Blüte vor grünem Hintergrund

1. Überblick

1.1 Gartenlaubkäfer und ihre Engerlinge: Ein Überblick

Der Gartenlaubkäfer ist ein Käfer aus der Familie der Scarabaeoidea, zu der auch der Maikäfer gehört. Die Larven dieser Käferfamilie sind vielen Gärtnern als “Engerlinge” bekannt.
Engerlinge des Gartenlaubkäfers und anderer schädlicher Arten richten in heimischen Gärten immer wieder erheblichen Pflanzenschaden an, daher werden sie nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen. Ein Befall äußert sich breit gestreut an Rasenflächen, Nutz- und Zierpflanzen, je nachdem, wo sich die gierigen Larven finden. 

Ihr Leben verbringen Gartenlaubkäfer zumeist als Engerling unter der Erde. Nur ein sehr kleiner Anteil ihres Daseins ist als erwachsener Käfer dann der Fortpflanzung gewidmet, wenn die adulten Tiere an milden Frühsommertagen schwärmen. Das bedeutet auch, dass ansässige Larven gleich mehrere Jahre im Boden aktiv sind und ein Befall leider regulär nicht auf eine einzelne Saison begrenzt ist. Ohne professionelle Behandlung ist es daher oft kaum möglich, den hungrigen Engerlingen und den damit verbundenen Schäden beizukommen.

Allerdings ist es wichtig festzuhalten: Nicht alle Engerling-Arten sind grundsätzlich schädlich. Der Rosenkäfer oder der Nashornkäfer beispielsweise richten keinen Schaden an und sind als Nützlinge aktiv an der Humusproduktion beteiligt. Die Engerlinge dieser Käferarten ernähren sich ausschließlich von toten Pflanzenteilen und können somit zu einem gesunderen Garten beitragen. Für eine erfolgreiche Bekämpfung ist es also wichtig, die unterschiedlichen Engerlingarten zu erkennen und einen Befall mit schädlichen Larven eindeutig zu identifizieren. Schnelles Handeln kann dann den heimischen Garten glücklicherweise in aller Regel vor dem Schlimmsten bewahren. Wir helfen Ihnen dabei, einen Befall mit dem Gartenlaubkäfer zu erkennen und stellen Ihnen wirksame Mittel zur biologischen und verträglichen Bekämpfung der hungrigen Engerlinge vor.

1.2 Der Lebenszyklus des Gartenlaubkäfers: Von der Larve zum Käfer

Die Entwicklung des Gartenlaubkäfers von der Larve bis zum erwachsenen Käfer dauert bis zu 3 Jahre und vollstreckt sich fast vollständig im Schutz des dunklen Erdreichs.

Die Larven:
Ein Gartenlaubkäfer-Weibchen legt etwa 40 Eier in sandigen, trockenen Boden ab, aus denen nach etwa 20 Tagen die gierigen Engerlinge schlüpfen. Sie beginnen unmittelbar mit dem Fressen und vernichten während dem Heranwachsen exponentiell mehr Wurzelgeflecht. Wird ein Befall erst einmal festgestellt, sollte daher schnell reagiert werden. Da die Engerlinge des Gartenlaubkäfers mehrere Jahre fressend im Boden verbringen, richten sie damit unbehandelt Saison nach Saison erneut Schaden an. 

Von der Puppe zum Käfer:
Erst nach 1-3 Jahren ziehen sich die fetten Larven zur Verpuppung zurück und schlüpfen im Frühsommer als erwachsene Käfer aus ihren Kokons. Die adulten Tiere verlassen das Erdreich und schwärmen im Juni tagaktiv aus, um Partner für die Paarung zu finden und zu fressen. Zweimal legen die Weibchen während ihres kurzen Daseins als flugfähige Käfer Eier ab, bevor sie nach maximal 6 Wochen sterben. Bis dahin hat ein einziges Weibchen jedoch etwa 80-100 Nachkommen hervorgebracht und somit den Fortbestand der Art gesichert.

2. Schadbild

2.1 Identifikation von Gartenlaubkäfern und ihren Engerlingen

Die Larven:
Die Larven des Gartenlaubkäfers werden zu den Engerlingen gezählt, wie alle Larven der Käferfamilie der Scarabaeoidea. Gartenlaubkäfer-Engerlinge sind dicke, weißliche, C-förmig gekrümmte Larven, die bis zu 2 Zentimeter in Größe erreichen. Ihr Larvenstadium dauert bis zu 3 Jahre, in denen sich die gierigen Schädlinge im Boden verstecken und von unten am Wurzelwerk verschiedener Pflanzen fressen. Da die Gartenlaubkäfer Larven im Boden gut versteckt und kaum auszumachen sind, sind es häufig erst die leidenden Pflanzen, die auf einen Befall im Wurzelreich aufmerksam machen.

Das Schadbild:
Gern fressen die Engerlinge des Gartenlaubkäfers beispielsweise von unten an der Grasnarbe, was zum Absterben der sichtbaren Rasenfläche führt. Teilweise wird der Rasen sogar ganz vom Erdreich getrennt, indem Gartenlaubkäferlarven die Wurzelverbindung vollständig kappen. Der Rasen liegt dann lose auf und kann einfach abgehoben werden. Häufig zeigen sich im Verlauf dann auch deutliche Löcher im Rasen, dort, wo Vögel nach den fetten Engerlingen picken. Der Schaden am Rasen wird dabei zwar durch die Aktivität der Vögel hervorgehoben, sie sind aber nicht der eigentliche Verursacher: Vögel picken lediglich in den losen Rasenteilen herum, die durch den Engerlingbefall ausgelöst werden. Mit ihrer Arbeit tragen Vögel im Grunde sogar dazu bei, eine Ausbreitung des Befalls zu vermeiden, indem sie die Anzahl der Schädlinge zu kontrollieren helfen. Trotzdem können sie natürlich nichts gegen die großen Löcher anrichten, die auffällig im losen Rasen klaffen.

Der Käfer:
Den Gartenlaubkäfer selbst kann man im Frühsommer dann erkennen, wenn die tagaktiven, ausgewachsenen Käfer zur Paarung schwärmen. Nach bis zu drei Jahren als Larve verlassen die adulten Käfer die Dunkelheit des Erdreichs und sind bereit für die Paarung. Der Flug dieser Käferart beginnt im Juni, womit sie sich von ihrem Frühaufsteher-Verwandten dem Maikäfer unterscheiden. Zudem fehlt dem Gartenlaubkäfer das markante Aussehen des Maikäfers:  Der Gartenlaubkäfer ist mit etwa einem Zentimeter Länge und seinen glänzenden rotbraunen Flügeln in jeder Hinsicht etwas dezenter, als sein bereits im Mai aktiver Artgenosse.

3. Bekämpfung

3.1 Biologische Strategien zur Bekämpfung von Gartenlaubkäfer-Engerlingen

Die Bekämpfung des Gartenlaubkäfers sollte recht unmittelbar erfolgen, sobald der Befall entsprechend identifiziert wurde. Dabei stellt sich für viele Gärtnerinnen und Gärtner die Frage, welche Maßnahme sich am besten eignet und am effektivsten gegen den Befall vorgeht. 

Biologische Bekämpfung als effektive Option:
Grundsätzlich kann es einige Vorteile mit sich bringen, den Gartenlaubkäfer biologisch zu bekämpfen. Nematoden gegen Gartenlaubkäfer arbeiten zielgerichtet, unauffällig und effektiv, ohne den eigenen Garten und die Artenvielfalt durch den Einsatz von chemisch-synthetischen Giftstoffen zu belasten. Chemische Pestizide lassen sich nicht isoliert gegen den Gartenlaubkäfer anwenden, sondern ziehen meist auch nützliche Gartenbewohner in Mitleidenschaft. Dieses Ungleichgewicht kann zukünftig dann wieder dazu beitragen, dass Schädlingspopulationen erneut überhandnehmen. 

Um dies zu vermeiden und das Gleichgewicht zwischen Schädlingen und Nützlingen im Garten zu fördern, sind Nematoden gegen Gartenlaubkäfer eine effektive Lösung. Sie sind bei korrekter Anwendung ungefährlich für Menschen und Haustiere. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer agieren gezielt gegen ihre Beute und reduzieren einen Befall mit Engerlingen effektiv, während andere Nützlinge und die Gesundheit des Erdreichs in Ihrem Garten geschont werden können.

Was ist zu beachten?
Wichtig bei der Anwendung von Nematoden ist es, den richtigen Anwendungszeitraum einzuhalten. Da Engerlinge durch das Jahr hindurch in unterschiedlichen Bodentiefen anzutreffen sind, eignen sich ausschließlich jene Monate für die Anwendung, in der die Schädlinge in der gleichen Bodentiefe zu finden sind, wie ihr Gegenspieler die Nematoden. 

Auch der Entwicklungsgrad der Larve ist entscheidend für einen Bekämpfungserfolg, da ältere Larven für die Nematoden ggf. bereits zu groß und zu widerstandsfähig sind. Eine Anwendung ist daher in den Sommermonaten von Juli bis September am sinnvollsten und sollte bei starkem Befall ggf. über diesen Zeitraum hinweg monatlich wiederholt werden.

3.2 Vorbeugen gegen Gartenlaubkäfer: Maßnahmen zum Schutz Ihres Gartens

Gartenlaubkäfer im Rasen zu bekämpfen ist eine Erfahrung, auf die auch Sie wahrscheinlich gerne verzichten würden. Die Schäden der Engerlinge sind oft schwerwiegend und betroffene Rasenflächen müssen mühsam saniert werden, wenn der Schädling dann endlich verschwunden ist. Um einem erneuten Befall also vorzubeugen, gibt es verschiedene Hausmittel gegen Gartenlaubkäfer, die zwar für eine aktive Bekämpfung nicht ausreichend wären, aber einem (erneuten) Einzug den Gartenlaubkäfers entgegenwirken können. 

  1. So lohnt es sich beispielsweise, Rasenflächen mit Knoblauchpflanzen, Rittersporn oder Geranien zu säumen. Die Wurzeln dieser Pflanzen sind giftig für Engerlinge und wirken damit als  Abwehrmaßnahme natürlich und effektiv.

  2. Von Präventionsmaßnahmen, die den Einzug des Gartenlaubkäfers chemisch-synthetisch bekämpfen, möchten wir im Sinne der Artenvielfalt abraten. Die Verwendung von Pestiziden affektiert oft auch nützliche Flora und Fauna und wirkt nicht selektiv sondern breitflächig. Das kann Ihren Garten im Zweifelsfall schwächen und somit noch anfälliger für zukünftige Schädlingsprobleme machen.

  3. Stattdessen können erwachsene Käfer mittels einer einfachen Gartelaubkäfer-Falle gefangen werden, die sie in ihrer einfachsten Ausführung sogar selber bauen können. Fallen aus dem Fachhandel verfügen über einen Lockstoff, der die Gartenlaubkäfer in eine Trichterfalle lockt. Andere Tiere und Insekten bleiben von der Falle unbeeindruckt, da sie den Lockstoff der Käfer nicht als anziehend wahrnehmen.

  4. Auch ein präventiver Einsatz von Nematoden kann jährlich zwischen Juli und September dazu beitragen, einen eventuellen Einzug des Schädlings im Keim zu ersticken, bevor es zu ersten Schäden kommen kann. Nematoden sind bei korrekter Anwendung risikofrei für Menschen und Tiere. Sie sind darüber hinaus auch ungefährlich für nützliche Gartenbewohner wie Bienen. 


In jedem Fall gilt: 
Je gesünder und vielfältiger der heimische Garten, umso besser kann sich die Natur auch selbst regulieren.

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4. Fazit:

Die Menge macht das Gift! 


Ein brauner fliegender Käfer im Garten ist noch kein Grund zur Sorge. Das vermehrte Auftreten von Gartenlaubkäfern kann jedoch ein Problem anzeigen, gegen welches zügig gehandelt werden sollte. Dabei können Gartenlaubkäfer biologisch bekämpft werden. Nematoden greifen in diese feine Balance natürlich ein und stellen das Gleichgewicht zwischen Schädling und Nützlingen möglichst sanft wieder her. Andere Gartenbewohner werden hierbei nicht geschädigt, so dass ein möglichst breiter Bestand an verschiedenen Nützlingen gefördert werden kann.

Zusätzlich zum unterirdischen Einsatz der Nematoden können oberirdisch auch Gartenlaubkäfer-Fallen eingesetzt werden. Auch hier stehen biologische Lösungen zur Verfügung, die mit speziellen Lockstoffen und Farbreizen arbeiten, um erwachsene Käfer abzufangen und so an der Eiablage zu hindern. 

Oft lohnt es sich, über mehrere Jahre hinweg aufmerksam zu sein und das Befallsgeschehen genau zu beobachten. Mit einer gezielten Behandlung und den richtigen Präventionsmaßnahmen stehen die Chancen jedoch gut, dass Sie Ihren Rasen auf biologische Weise retten und den Gartenlaubkäfer daraus verbannen können.

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